Als privater Websitebetreiber einen bösen Brief erhalten?

Beispiel für einen bösen Brief

Wenn Sie als privater Webseitenbetreiber einen bösen erhalten, dann bloß nicht in Panik geraten!

Erst einmal ruhig bleiben. In den meisten Fällen ist die Abmahnung berechtigt und für das Klauen von Bildern kommt man erst ins Gefängnis, wenn das Bild zuvor im Museum hing und nun bei Ihnen.

Nun eine praxiserprobte Handlungsreihenfolge:
  • Brief durchlesen, die Gerichtsurteile aber nicht nachprüfen, weil zu oft Zeitverschwendung. Zumeist versteht man sie eh als Laie nicht, weshalb es einen nur zusätzlich verwirrt.
  • Das beanstandete Bild von der Website entfernen und komplett aus der Mediathek löschen! Auf dem PC das Bild ebenfalls löschen, es sich aber einmal als Beweismittel sicher aufbewahren.
  • Die Unterlassungserklärung in Original (Blanko) kopieren und in einen Ordner für Rechtsstreitigkeiten abheften.
  • Alle kritischen Bestandteile in der Unterlassungserklärung mit einem Kugelschreiber oder Permanent-Marker durchstreichen. Dazu zählen Zugeständnisse, die auch andere als das beanstandete Bild beinhalten. Auch irgendwelche pauschalen Zahlungen werden geschwärzt. Am Ende bleibt nur, dass man dieses eine Bild nicht verwenden will, ohne aber automatisch zu bezahlen, wenn dies doch geschehen sollte. Man weiß ja nie, ob man irgendwann Gastautoren hat…
  • Mit einem leichten Grinsen die geschwärzte Unterlassungserklärung unterschreiben. Dann sofort eine Kopie davon erstellen und ebenfalls in den Ordner abheften.
  • Nun setzt man einen Brief an den Anwalt auf. Zum Beispiel: Az: 0815/01234 – Sehr geehrter Herr Anwalt, hiermit lehne ich Ihre Forderung in Höhe von 906,50 Euro als zu hoch berechnet ab. Eine Begründung dafür werde ich nachreichen, wenn sich ein Mahngericht an mich wendet. Die von Ihrem Mandanten geforderte Unterlassungserklärung füge ich leicht abgeändert diesem Schreiben bei. Mit freundlichen Grüßen – Unterschrift.
  • Damit zeigen Sie ihm (und sollte es hart auf hart kommen dem Richter) Ihren guten Willen.
  • Diesen kurzen und knackigen Brief nebst Unterlassungserklärung lassen Sie dem Anwalt zukommen. Hier sollten Sie nicht mit dem Porto geizen und mindesten Einwurf-Einschreiben nutzen.
Kontaktaufnahme zum Fotografen

Der Anwalt war so freundlich, Ihnen in dem bösen Brief den Namen und die Adresse seines Mandanten mitzuteilen. So lange Ihnen das Gericht kein Kontaktverbot auferlegt hat, dürfen Sie ihn anschreiben, in sozialen Netzwerken Kontaktieren und auch mal bei ihm Zuhause klingeln, wenn sie schon mal in seiner Nähe sind. Eine persönliche Entschuldigung macht immer einen guten Eindruck. Natürlich alles ohne Drohungen auszusprechen, Gewalt anzuwenden oder sonstige Straftaten zu begehen. Der Fotograf soll nur erkennen, dass er einen realen Menschen um hunderte Euro erleichtern will.

Was Sie tun können, wenn plötzlich ein „gelber Brief“ im Briefkasten liegt, können Sie in „Post vom Mahngericht“ nachlesen.